29. Tag – Mit gemischten Gefühlen

Zu meiner heutigen Grenzlandtour starte ich mit gemischten Gefühlen. Im Wald auf den Spicherer Höhen haben viele Soldaten ihr Leben lassen müssen. Etliche Gräber mitten im Wald zeugen davon. Mein GPS-Daten zeigen außerdem, dass die Grenze kreuz und quer durch den unwegsamen Wald verläuft. Aber es kommt alles ganz anders.

Wir starten am Campingplatz Spicherer Berg. Die Grenzlinie verläuft in Richtung des nahen Waldes. Den dazugehörigen Weg finden wir rasch. Im langen Anstieg auf schmalem Pfad verliert sich die Grenzlinie im unwegsamen Wald. Grenznah steigen wir auf den Höhenrücken des Berges. Unterwegs begegnet uns unverhofft Klaus Böhmer. Vor einigen Jahren habe ich mit ihm im Ensheimer Gelösch eine Wanderung unternommen. Sein Vater und Großvater waren hier oberhalb von St. Arnual Jagdpächter. Klaus Böhmer kennt hier jeden auch noch so kleine Waldpfad. Von ihm erhalte ich wertvolle Tipps für meine Grenztour auf den Spicherer Höhen. Nach kurzem Plausch ein freundliches Auf Wiedersehen.

Auf der Höhe verläuft zwischen den Grenzsteinen ein Pfad. Ich muss nicht, wie ich ursprünglich vermutet hatte, querfeldein durch den Grenzwald. Links und rechts der Grenzlinie sind die ehemaligen Schützengräben gut erkennbar. In Serpentinen steigen wir ins Saartal ab. Während des Abstiegs kreuzen wir immer wieder die Grenzlinie.

Geschafft. Bald sitze ich mit Emma im Biergarten des Gasthauses „Zur wilden Ente.“ Ein anstrengender Tag geht zu Ende. Die nächsten Tage entlang der Saar könnten entspannter werden.

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