2. Tag – Die Nied versperrt uns den Weg

Nicht weit vom alten Bahnhofsgebäude außerhalb von Guerstling verläuft die Grenze durch einen zehn Meter breiten Dickichtgürtel parallel zur D 65 Richtung Guerstling. Dort könnte ich nur mit Machete und anderen Werkzeugen vorankommen. Nur zwei Meter von der Grenzlinie entfernt wandern wir über eine saftig grüne Weide bis uns ein Stacheldrahtzaun daran hintern will weiterzugehen. Emma hat schnell den Zaun durchschlüpft, ich hieve meinen Rucksack über den Zaun und komme ohne Blessuren an den spitzen kleinen Fleischspiessen vorbei.

Über eine weitere Wiese entlang einer Hecke kommen wir rasch zur Nied. Unterwegs eröffnen sich  herrliche Blicke ins Niedtal und nach Niedaltdorf. Als wir an der Nied zwischen Niedaltdorf und Guerstling ankommen weiß ich sofort: hier kommen wir nicht ans andere Ufer. Der Böschungsgraben ist mindestens drei Meter hoch und fällt auf beiden Seiten steil ins Wasser. Die Nied hat hier mindestens eine Breits von zehn Meter, die Tiefe ist ungewiss.

Idyllisches Niedtal, hier ist kein Durchkommen möglich.

Mein GPS-Gerät zeigt an, dass sich die Grenzlinie auf der anderen Seite der Nied befindet und anschließend ein Stück entlang der Nied verläuft. Wir bewegen uns erst einmal auf der französischen Seite der Nied, um später einen besseren Übergang zu finden. Allerdings erreichen wir bald Privatgrundstücke, die bis zum Wasserlauf mit Zäunen jeglicher Art zugebaut sind. Hier gibt es kein Durchkommen.

Später fahren wir zum ehemaligen Zollgebäude in der Neunkircher Straße etwas außerhalb von Niedaltdorf. Dort finden wir die Grenzlinie und erkennen im Feld einige braune dunkle Punkte, Grenzsteine die eindeutig auf die Grenzlinie hindeuten. Zwischen Weizenfeld und Kartoffelacker folgen wir leicht abschüssig der Grenzlinie. Wir kommen nicht weit. Undurchdringbares Unterholz versperrt uns ein weiteres Mal an diesem Tag den Weg. Ich entdecke etwas abseits einen Feldweg zwischen Feldflur und einem kleinen Wäldchen. Leicht abseits der Grenzlinie führt der Weg Richtung Niedtal. An der Ahorn-Ranch angekommen heißt es umkehren. Der Weg ist verriegelt, die Nied nicht einmal zu sehen.



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