Kaiserwetter im Isarwinkel – 197. Tag

Die Isar begleitet uns den ganzen Tag

Lenggries – Nirwana / 03.10.2010 / 197. Tag

Bilderbuchwetter, Kaiserwetter, Goldener Oktober allesamt Aussagen, die zu den Wetterbedingungen des heutigen Tages passen. Der Wandertag beginnt für mich und Emma an der Brücke in Lenggries. Mehrere Heißluftballons starten über uns in den wunderbar blauen Himmel.

Die oberbayerische Region entlang der Isar zwischen Bad Tölz und der Landesgrenze östlich von Wallgau bezeichnet man als Isarwinkel. Bereits in einem Vertrag mit Herzog Albrecht IV vom 4. Oktober 1497 wird der Raum zwischen Bad Tölz und Wallgau als „Iserwinkel“ bezeichnet.

Die angrenzenden Berge sind nicht meist nicht höher als 1800 Meter. In seinem Heimatroman „Der Jäger von Fall“ setzte Ludwig Ganghofer den Bewohnern des Isarwinkels ein literarisches Denkmal und machte dadurch diese Flusslandschaft überregional bekannt.

In seinem Buch „Maximiliansweg“ erklärt Eugen Hüsler zum Namen der Isar: „Im Mittelalter hieß die Isar noch Iser. Der Name dürfte auf die keltischen Boiern zurückgehen, die im zweiten vorchristlichen Jahrhundert aus ihrer gallischen Heimat nach Oberitalien und Böhmen auswanderten. In all ihren Siedlungsgebieten fließt eine Iser: die Isère in Savoyen, der Eisack in Südtirol und die Jizera unweit von Prag. Die Isar: ein europäischer Fluss?

Die Isar wird uns fast den gesamten Tag begleiten. Emma hat immer wieder Gelegenheit im köstlich kalten Wasser ihre Pfoten zu kühlen und von dem Wasser zu trinken.

Auf dem Weg nach Bad Tölz begegnen wir Karl-Heinz Fett und seinem Hund Struppi. Die beiden sitzen am Ufer der Isar. Direkt vor ihnen zirka neunzig verschieden hohe Pyramiden aus Kieselsteinen, die Karl-Heinz Fett zusammengebaut hat. Es waren einmal mehr, erzählt er mir, aber das Hochwasser 2005 hat alle weggespült. Anschließend hat er wieder angefangen die Pyramiden aufzubauen. Besucher seiner Pyramiden, die gerade gehen als wir uns unterhalten, spenden einige Cent für seine Arbeit. Er ist glücklich mit Struppi und seinen Pyramiden. Tagtäglich kommt er mit seinem Fahrrad aus dem nahe gelegenen Bad Tölz, um sich an den Steinen zu erfreuen.

In der Kreisstadt Bad Tölz herrscht an diesem sonnigen Sonntag Hochbetrieb. Viele nutzen das Wetter zum Spaziergang. Am Ufer der Isar liegen viele Menschen auf den warmen, weißen Kieselsteinen. Einige Kinder wagen sich mit ihren Füßen ins eiskalte Wasser. In den Straßencafes und Restaurants ist kaum ein Platz zu finden. Bad Tölz ist an diesem Sonntag Treffpunkt von Oldtimern. Mitten durch die überfüllte Fußgängerzone fahren im Schritttempo die blank polierten Fahrzeuge aus längst vergangenen Tagen.

In Bad Tölz bin ich mit Dieter Dorby vom Tölzer Kurier verabredet. Es wird ein langes Gespräch über meine Reise entlang der Deutschen Grenze. Zum Fototermin geht es anschließend nochmals an die Isar.

Mit Emma wandere ich noch ein Stück weiter entlang des Flusses. Dann schlagen wir uns nach Westen. Unser heutiger Wandertag endet in Nirwana. Nirwana? Morgen mehr darüber

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