Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenze – 225. Tag

Der Rhein ist Bindeglied zwischen den Völkern 

Staufen – Breisach / 31.10.2010 / 225. Tag

Staufen liegt noch im Tiefschlaf, als ich am frühen Sonntagmorgen Richtung Rhein aufbreche, zurück zur Grenze. Wir wandern in nordwestliche Richtung nach Bad Krozingen. Die Berge des Schwarzwalds im Rücken, linker Hand, nur schattenartig zur erkennen, die Hügelkette der Vogesen, vor uns, rechter Hand tauchen irgendwann die Terrassen des Kaiserstuhls auf. Dort werde ich in der nächsten Woche zwei Tage Richtung Norden unterwegs sein.

Auf dem Weg Richtung Rhein

Die leichten Nebelbänke sind verschwunden. In Bad Krotzingen scheint die Sonne mit voller Kraft. Das Herbstlaub raschelt inzwischen auf allen Wegen. Emma sprintet durch den Blätterwald immer auf der Suche nach neuen Botschaften für ihre Nase. Den Kurpark durfte Emma nur mit Leine durchqueren. Hinter der Bad Krotzingen hat sie wieder freien Lauf. Noch einmal wird es für kurze Zeit laut als wir die Autobahntrasse Karlsruhe-Basel unterqueren. An dieser Stelle sind die Auf- und Abfahrten nach Bad Krozingen, Staufen und Breisach.
Es dauert noch über zwei Stunden bis wir endlich den Rhein erreicht haben. Dort kommt mir bereits Hans-Jochen Voigt entgegen, ausgestattet mit Kamera und Schreibblock. Neben seiner Tätigkeit als Journalist führt der pensionierte Kriminalbeamte auch Besucher durch das gegenüberliegende Neuf-Brisach im Département du Haut-Rhin.
Bereits 1959 hat der französische Staatspräsident Charles de Gaulle in Straßburg, den Rhein als Bindeglied zwischen den Völkern bezeichnet. Im Wortlaut sagte er: „Ich sagte es bereits 1945, ich wiederhole es heute mit größter Überzeugung, der Rhein, Euer Rhein, darf nicht länger ein Graben sein, der Rhein soll eine Straße sein, in welche von beiden Seiten Reichtümer, Produkte, Ideen, Energien einfließen. Der Rhein soll ein Bindeglied sein zwischen allem Großen und Starken beiderseits dieser Ufer“.
Breisach die Europastadt, direkt am Rhein gelegen, gilt als Bindeglied zwischen Deutschland und Frankreich. Morgen werde ich dort einen Ruhetag einlegen und entspannt über Grenzen spazieren. Emma sind Grenzen egal, sie freut sich aufs Laufen.
Ein Japanisches Sprichwort sagt: „Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenze“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*